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Narzissmus

Warum sich Menschen in Narzissten verlieben
Hand vor einem Spiegel in Schwarz-Weiss
Gerade zu Beginn einer Beziehung ist vieles noch offen. Man lernt sich kennen, fühlt sich zueinander hingezogen und versucht herauszufinden, was der andere empfindet und ob daraus etwas Gemeinsames entstehen kann. Dabei können Wünsche und Erwartungen sehr unterschiedlich sein. Während der eine vielleicht schon von einer gemeinsamen Zukunft träumt, möchte der andere erst einmal sehen, wie sich die Beziehung entwickelt.
Der Begriff Narzissmus begegnet uns heute häufig. Vielleicht haben auch Sie sich schon gefragt, ob ein Mensch in Ihrem Umfeld narzisstisch ist – weil er sehr von sich überzeugt wirkt, viel Anerkennung braucht, wenig Rücksicht nimmt oder schnell gekränkt reagiert. Doch einzelne Verhaltensweisen machen einen Menschen noch nicht zu einem Narzissten. Entscheidend ist, wie ausgeprägt solche Verhaltensmuster sind, wie dauerhaft sie auftreten und wie sie sich auf das Zusammenleben und die Beziehungen zu anderen Menschen auswirken.
Jeder von uns hat eine narzisstische Seite. Wir möchten gesehen und wertgeschätzt werden, freuen uns über Anerkennung und sind vielleicht auch ein bisschen stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir verfolgen unsere Ziele, achten auf unser Äusseres und möchten einen guten Eindruck hinterlassen. Das alles gehört zu einem gesunden Selbstwertgefühl und wird auch als positiver oder konstruktiver Narzissmus bezeichnet. Problematisch wird es, wenn sich alles zunehmend um die eigene Person dreht. Der andere soll bestätigen, bewundern oder sich anpassen. Seine Wünsche und Gefühle werden weniger wichtig oder sogar übergangen. In einer Beziehung kann das bedeuten, dass einer immer mehr Raum einnimmt, während der andere immer mehr zurücksteckt.
Zwei Formen von Narzissmus
Grandioser Narzissmus Menschen mit grandiosen narzisstischen Zügen treten häufig sehr selbstbewusst, dominant und manchmal auch grossspurig auf. Sie stellen sich innerlich gerne auf ein Podest und möchten gesehen, anerkannt und bewundert werden. Sie erzählen gerne von ihren Erfolgen und Fähigkeiten und vermitteln dabei häufig den Eindruck, anderen überlegen zu sein. Beruflicher Erfolg, Einfluss und Führungspositionen können für sie eine besondere Bedeutung haben. Sie wissen oft gut, wie Menschen ticken, wie sie auf andere wirken und wie sie Menschen für ihre eigenen Ziele gewinnen können. Sie können durchaus empathisch sein und sehr genau wahrnehmen, was in einem anderen Menschen vorgeht. Auch die wunden Punkte ihres Gegenübers erkennen sie häufig schnell. Dieses Gespür kann jedoch dazu genutzt werden, andere gezielt zu beeinflussen oder zu manipulieren, wenn es den eigenen Interessen dient. Im persönlichen Kontakt können sie arrogant oder überheblich wirken. Gleichzeitig haben sie oft viel Charme, können unterhaltsam, überzeugend und einnehmend sein. Gerade diese Mischung aus Selbstsicherheit, Charme und starker Präsenz kann auf andere Menschen faszinierend wirken – und erklärt auch, warum man sich gerade zu Beginn einer Beziehung von ihnen angezogen fühlen kann.
Vulnerabler oder verdeckter Narzissmus Vulnerabler Narzissmus ist häufig schwerer zu erkennen. Menschen mit vulnerablen narzisstischen Zügen kommen einem beim ersten Kontakt oft überhaupt nicht narzisstisch vor. Ganz im Gegenteil: Sie können freundlich, angenehm, zurückhaltend, bescheiden, vielleicht etwas selbstunsicher oder konfliktscheu wirken. Sie drängen sich nicht offensichtlich in den Vordergrund und suchen Anerkennung weniger offen als Menschen mit grandiosen narzisstischen Zügen. In ihrer Anspruchshaltung können sie dem grandiosen Narzissmus jedoch durchaus ähneln. Auch bei ihnen können eine starke Selbstbezogenheit, hohe Ansprüche an sich und andere sowie ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Anerkennung vorhanden sein. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass diese Seite weniger offen gezeigt wird. Das kann sich beispielsweise in einer ganz alltäglichen Situation zeigen. Auf einer Party unterhalten sich einige Männer über Autos, PS-Zahlen und Geschwindigkeiten. Ein vulnerabel narzisstischer Mann beteiligt sich vielleicht nicht an diesem Konkurrenzkampf, sondern distanziert sich deutlich davon: „Ich weiss nicht, warum sich jemand einen teuren Audi kauft. Ich fahre einen acht Jahre alten Opel und komme auch überall hin, wo ich will.“ Auf den ersten Blick kann das bescheiden und sympathisch wirken. Dahinter kann aber auch eine andere Form der Überlegenheit stehen: „Ich habe dieses Statusdenken nicht nötig.“ Statt offen mit den anderen zu konkurrieren, stellt sich der Betreffende moralisch über sie und blickt auf deren vermeintlich oberflächliches Verhalten herab. Die eigene Besonderheit wird damit nicht laut zur Schau gestellt, sondern auf eine andere Weise zum Ausdruck gebracht. Mit der Zeit kann hinter der freundlichen, zurückhaltenden oder angepassten Seite ein starkes Anspruchsdenken deutlicher werden. Kleine Irritationen, Kritik oder Zurückweisungen können sehr empfindlich aufgenommen werden. Der Betroffene fühlt sich vielleicht schnell übergangen, nicht genügend wertgeschätzt oder persönlich angegriffen. Andere werden dann als egoistisch, rücksichtslos oder feindselig erlebt. Manche reagieren darauf mit Rückzug. Sie werden plötzlich reserviert, schweigen oder ziehen sich zurück, ohne dem Gegenüber zu erklären, was geschehen ist. Andere reagieren beleidigt oder auch aggressiv. Für den Partner oder das Gegenüber kann das sehr irritierend sein: Ein Mensch, der zunächst freundlich, angenehm und wenig fordernd wirkte, reagiert plötzlich ausgesprochen empfindlich auf eine Situation, die für den anderen kaum nachvollziehbar ist. Grandiose und vulnerable narzisstische Züge können bei Frauen und Männern vorkommen. Sie sind auch nicht immer klar voneinander getrennt. Ein Mensch kann in manchen Situationen sehr selbstsicher und überlegen auftreten und in anderen ausgesprochen empfindlich auf Kritik, Zurückweisung oder fehlende Anerkennung reagieren.
Wie erkennt man einen Narzissten? Manchmal zeigt sich erst nach und nach, dass sich in einer Beziehung vieles um den anderen dreht. Er erzählt viel von sich, seinen Erfahrungen, seinen Erfolgen oder Problemen – interessiert sich aber auffallend wenig dafür, wie es Ihnen geht oder was Sie beschäftigt. Gerade zu Beginn kann das leicht übersehen werden.
Beispiel: „Bei unserem ersten Treffen dachte ich auf der Heimfahrt: Jetzt weiss ich ziemlich viel über ihn – über seinen Beruf, seine drei gescheiterten Beziehungen und seine Pläne. Aber eigentlich weiss er kaum etwas über mich.“ „Hat er Sie denn auch etwas über Sie gefragt?“ „Nein, eigentlich nicht.“ „Und trotzdem haben Sie sich weiter mit ihm getroffen?“ „Ja. Und es war jedes Mal ähnlich. Er redete – und ich hörte zu.“ „Was glauben Sie, warum Sie das mitgemacht haben?“ „Das weiss ich nicht.“ Manchmal lohnt es sich, genau an diesem Punkt genauer hinzuschauen: Was hat mich an diesem Menschen angezogen? Was habe ich vielleicht übersehen oder entschuldigt? Und warum bin ich geblieben, obwohl mich etwas schon früh gestört hat?
Woran Sie einen Narzissten noch erkennen können
• entschuldigen oder verzeihen immer wieder Verhaltensweisen, die Sie eigentlich verletzen oder ärgern. Vielleicht verteidigen Sie Ihren Partner sogar gegenüber Freunden oder Familie, obwohl diese Sie auf sein Verhalten ansprechen. • Sie fühlen sich zunehmend kontrolliert. Ein längeres Telefongespräch oder zehn Minuten Verspätung können bereits Misstrauen oder Vorwürfe auslösen. • Menschen, die Ihnen nahestehen, äussern Bedenken über Ihren Partner. Sie nehmen diese zunächst nicht ernst oder glauben, dass die anderen ihn einfach nicht richtig verstehen. • Sie überlegen immer häufiger genau, was Sie sagen und wie Sie es sagen, um keinen Streit, keine Kränkung oder Ablehnung auszulösen. • Ihr Partner kritisiert, entwertet oder demütigt Sie – möglicherweise auch vor Freunden oder der Familie. • Ihr Partner geht fremd und gibt Ihnen anschliessend die Verantwortung dafür: Sie hätten zu wenig Zeit, seien nicht attraktiv genug oder würden ihm nicht genügend Aufmerksamkeit schenken.
Fühlt sich ein narzisstisch geprägter Mensch gekränkt, zurückgewiesen oder in seinem Selbstwert verletzt, versucht er häufig, diese Kränkung zu verkleinern oder abzuschwächen. Das kann geschehen, indem er dem anderen die Schuld gibt, ihn angreift, abwertet oder sich über ihn lustig macht.
Wie entsteht Narzissmus? Ein Kind braucht Aufmerksamkeit, Zuwendung und das Gefühl: „Du bist liebenswert und du bist so, wie du bist, in Ordnung.“ Erlebt es jedoch immer wieder, dass Aufmerksamkeit und Zuwendung an Bedingungen geknüpft sind, kann es lernen, dass Liebe und Anerkennung nicht einfach da sind, sondern erworben oder verdient werden müssen. Das kann beispielsweise geschehen, wenn ein Kind immer wieder versucht, die Bedürfnisse eines Elternteils zu befriedigen, es dem Vater oder der Mutter recht zu machen oder die Leistungserwartungen der Eltern zu erfüllen. Dabei kann es lernen, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zurückzustellen und sich stark daran zu orientieren, was andere von ihm erwarten. Ein anderes Kind entwickelt vielleicht ein starkes Bedürfnis danach, im Mittelpunkt zu stehen und immer wieder anerkannt, bewundert und gelobt zu werden. In beiden Fällen kann etwas Wichtiges fehlen: die regulierende Kraft der Eltern, die dem Kind Halt und Geborgenheit vermittelt und ihm die Botschaft gibt: „Du bist liebenswert und du bist so, wie du bist, in Ordnung.“ Aber auch das andere Extrem kann eine Rolle spielen: ein allzu verwöhnender Erziehungsstil. Wenn jede ungelenke Kinderzeichnung als Kunstwerk gefeiert wird oder dem Kind beim Sport jede Enttäuschung über eine Niederlage erspart werden soll, indem die Schuld beim Trainer, beim Verein oder bei der Sportart gesucht wird, kann es nur schwer lernen, dass im Leben nicht immer alles glattläuft. Auch Enttäuschungen und Niederlagen gehören zum Leben – und ein Kind kann lernen, damit umzugehen.
Solche Erfahrungen können die Entwicklung narzisstischer Persönlichkeitszüge mitprägen, sind jedoch nicht deren alleinige Ursache.
Warum verlieben sich manche Frauen immer wieder in Narzissten?
Eine Frau mit einem guten Selbstwertgefühl kann einen narzisstischen Mann am Anfang durchaus interessant und anziehend finden. Doch wenn sie mit der Zeit merkt, dass der andere sich vor allem um sich selbst dreht, ihr wenig Beachtung schenkt oder kaum Interesse an ihren Bedürfnissen und Gefühlen zeigt, wird sie sich wahrscheinlich zurückziehen. Anders kann es sein, wenn eine Frau aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen gelernt hat, - die Bedürfnisse anderer stärker zu beachten als ihre eigenen, - sich anzupassen, um Anerkennung und Zuwendung zu erhalten, - viel Verständnis für das Verhalten anderer aufzubringen, - die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurückzustellen, - sich besonders anzustrengen, damit eine Beziehung funktioniert, - verletzendes oder enttäuschendes Verhalten immer wieder zu entschuldigen. Hinter solchen Verhaltensweisen können emotional fest verankerte Überzeugungen und damit verbundene Überlebensstrategien stehen. Sie können bereits früh im Leben entstanden sein und später beeinflussen, was wir in einer Beziehung hinnehmen und warum wir an einer Beziehung festhalten, obwohl wir darunter leiden.
Wie man ein Lebensthema heraushört
Typische Lebensthemen wären beispielsweise: - „Ich bin nicht erwünscht.“ - „Ich darf niemandem zur Last fallen.“ - „Ich muss es anderen recht machen.“ - „Ich bin nur etwas wert, wenn ich etwas leiste.“ - „Ich muss für das Wohlergehen anderer sorgen.“ - „Ich darf keine Schwäche zeigen.“ Das sind nicht einfach Gedanken, die jemand gelegentlich hat. Gemeint sind emotional fest verankerte Überzeugungen, die sich bereits früh im Leben entwickeln können. Um mit solchen Erfahrungen umzugehen, können sich bestimmte Überlebensstrategien entwickeln, die später beeinflussen, wie wir uns selbst sehen, Beziehungen gestalten und auf bestimmte Situationen reagieren.
Beispiel 1: Ein Kind erfährt mit sieben Jahren, dass es nicht geplant war. Daraus kann sich die Überzeugung entwickeln: „Eigentlich bin ich unerwünscht.“ Eine mögliche Überlebensstrategie lautet: „Ich darf niemandem zur Last fallen. Am besten, man bemerkt mich gar nicht.“ Beispiel 2: Ein Kind wächst bei Eltern auf, die Auseinandersetzungen grundsätzlich vermeiden und Aggression ablehnen. Daraus kann die Überzeugung entstehen: „Aggression ist böse und muss unterdrückt werden.“ Eine mögliche Überlebensstrategie besteht darin, besonders angepasst und hilfsbereit zu sein, eigene Bedürfnisse zurückzustellen und Konflikten aus dem Weg zu gehen. Dadurch kann es später schwerfallen, sich abzugrenzen oder für die eigenen Interessen einzustehen. Beispiel 3: Ein Kind erlebt, dass die Beziehung seiner Eltern unglücklich ist und die Mutter darunter leidet. Daraus kann die Überzeugung entstehen: „Papa macht Mama nicht glücklich, dann muss ich das tun.“ Das Kind beginnt möglicherweise, sich stark an den Bedürfnissen und Interessen der Mutter zu orientieren. Später kann es ihm schwerfallen, sich von ihr abzugrenzen und einen eigenen Weg zu gehen. Beispiel 4: Ein Kind erlebt einen stark leistungsorientierten Vater und hat das Gefühl, seinen Erwartungen nicht zu genügen. Daraus kann die Überzeugung entstehen: „Mein Vater glaubt nicht, dass ich in irgendetwas richtig gut bin.“ Eine mögliche Überlebensstrategie kann darin bestehen, sich besonders stark anzustrengen, immer mehr leisten zu wollen und dabei auch über die eigenen Grenzen zu gehen.
Weiblicher Narzissmus kann sich anders zeigen Männer mit ausgeprägten narzisstischen Zügen können dazu neigen, anderen ihre vermeintliche Überlegenheit offen zu zeigen. Dominantes Auftreten und das konsequente Verfolgen eigener Interessen werden bei Männern gesellschaftlich teilweise eher akzeptiert und mit Durchsetzungsfähigkeit verbunden. Bei Frauen kann ein vergleichbares Verhalten schneller als egoistisch oder „zickig“ abgewertet werden – sowohl von Männern als auch von Frauen. Deshalb können narzisstische Frauen eher versuchen, ihre Ziele mit subtileren und indirekteren Strategien zu erreichen. Dabei können auch unterschiedliche gesellschaftliche Erwartungen an Männer und Frauen eine Rolle spielen. Zum Beispiel kann sich eine narzisstisch geprägte Frau in einer Liebesbeziehung stark von ihrem Partner abhängig machen und sich ihm weitgehend anpassen. Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse zurück, wirkt unselbständig, klammert und richtet ihre Aufmerksamkeit stark auf den Partner. Sie nimmt sich möglicherweise immer weniger als eigenständige Person wahr, sondern erlebt ihren eigenen Wert zunehmend über ihn. Distanzierung durch den Partner kann dann schnell als Zurückweisung, Trennung oder Verrat erlebt werden. Auch eine selbstunsichere Partnerin kann sich zunächst von der selbstbewussten, charmanten und bestimmenden Art eines narzisstischen Partners angezogen fühlen. Seine Art kann ihr Sicherheit vermitteln und ihr Entscheidungen abnehmen. Wer bestimmte Eigenheiten des anderen akzeptieren kann, kann durchaus längere Zeit mit einem narzisstisch geprägten Menschen zusammenleben. Schwierig wird es, wenn die eigenen Bedürfnisse immer weniger Raum bekommen und Wertschätzung und gegenseitiger Respekt fehlen. Eine Trennung kann dann ebenfalls schwierig werden. Ein stark gekränkter Partner kann mit Vorwürfen, Abwertung, Druck oder Drohungen reagieren. Kommt es zu Gewalt oder besteht die Gefahr von Gewalt, sollte professionelle Hilfe und Schutz in Anspruch genommen werden.

Fazit
Narzisstische Anteile gehören bis zu einem gewissen Grad zu jedem Menschen. Der Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung und einem positiven Bild von sich selbst ist zunächst etwas Natürliches. Problematisch wird es, wenn das eigene Bedürfnis nach Bestätigung und Bewunderung so stark in den Vordergrund tritt, dass die Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen anderer Menschen zunehmend an Bedeutung verlieren. Narzissmus kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Manche Menschen treten selbstbewusst, dominant und überlegen auf, andere wirken zunächst eher zurückhaltend, angepasst oder unsicher. Hinter beiden Formen können eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Kränkungen, ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Schwierigkeiten im Umgang mit Zurückweisung stehen. Wie sich narzisstische Persönlichkeitszüge entwickeln, lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Frühe Erfahrungen, die Beziehung zu den Eltern, Anerkennung und Zuwendung, aber auch persönliche Voraussetzungen und spätere Lebenserfahrungen können eine Rolle spielen. Dabei können emotional fest verankerte Überzeugungen und Überlebensstrategien entstehen, die bis ins Erwachsenenleben hineinwirken. Narzisstische Verhaltensweisen zu erkennen bedeutet deshalb nicht, einen Menschen vorschnell als „Narzissten“ abzustempeln. Es geht vielmehr darum, wiederkehrende Muster wahrzunehmen und zu verstehen – beim Gegenüber ebenso wie bei sich selbst. Dieses Verständnis kann helfen, das eigene Verhalten bewusster zu betrachten, persönliche Grenzen ernst zu nehmen und Beziehungen so zu gestalten, dass Wertschätzung und gegenseitiger Respekt ihren Platz haben.
Veronika Barczak Komplementärtherapeutin mit eidgenössischem Diplom Aktualisiert: September 2026
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